Wie entsteht Krankheit?

Hippokrates sagte einmal: "Krankheiten fallen nicht vom Himmel, sie sind vielmehr das Resultat der kleinen Sünden, die wir täglich begehen". Nach Ayurveda bewirken diese „kleinen Sünden“ mehr oder weniger starke Störungen der drei Doshas. Wenn beispielsweise durch Schlafmangel oder unregelmäßige Ernährung ein permanenter, Vata-stimulierender Einfluss entsteht und das Vata-Prinzip aus seinem natürlichen Spielraum drängt, entsteht schließlich eine Vata-Störung. Sie kann sich zum Beispiel in Form von Nervosität, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Verdauungsstörungen usw. äußern. Lassen wir diese Symptome über einen längeren Zeitraum unbeachtet, entsteht Krankheit. 

Der Körper wird so lange wie möglich versuchen, durch Aktivierung der Vata-ausgleichenden Doshas – Kapha und Pitta – die drohende Störung zu bannen. Sind jedoch die Kapha- und Pitta-Reserven ausgeschöpft, manifestiert sich die Vata-Störung endgültig. Weitere Einflüsse verstärken die bereits bestehende Störung. Man kann das mit einer Feder vergleichen, die sich zwar lange Zeit wachsender Zugkraft anzupassen vermag, bei Überdehnung jedoch ihre Elastizität verliert und in ihrer Verformung erstarrt.

Neben diesem ausgleichenden Zusammenspiel der drei Doshas spielt bei der Krankheitsentstehung auch die Belastung mit Toxinen eine Rolle, die von außen in den Körper gelangen, bei schwacher Verdauungsleistung entstehen oder durch geistige Belastungen hervorgerufen werden können. Toxine lagern sich in Geweben und Zellen ein und behindern die Versorgung, Reinigung und ausreichende Ernährung unserer Körperzellen. Im Ayurveda kennt man sechs Stadien einer Krankheitsentwicklung. Die moderne Medizin diagnostiziert mit ihren Methoden davon nur die letzten zwei Stadien. Der größte Vorteil ayurvedischer Diagnostik liegt damit auf der Hand: Je früher eine Krankheit entdeckt werden kann, desto leichter ist sie zu behandeln.

 

Gleichgewicht – in unserer Hand

Eine ayurvedische Therapie ist immer ganzheitlich und hilft, dem Organismus sein gesundes Gleichgewicht wiederzufinden. Alle Maßnahmen dienen dazu, die eigene Körperintelligenz neu zu beleben. Die Körperintelligenz ist die Intelligenz der Natur. Sie steuert das innere Gleichgewicht, reguliert die Dynamik der 3 Doshas und verkörpert den Arzt im Körper. Es folgen die sechs Stadien der Krankheitsentwicklung:

Die 6 Stadien der Krankheitsentstehung

  1. Ansammlung: Wenn ein Dosha blockiert ist und nicht fließen kann, sammelt es sich zwangsläufig dort an. Wo auch immer die Störung auftritt, ist dasjenige Subdosha betroffen, welches dieses Organ steuert.
  2. Verstärkung: Das gestörte Dosha kann nicht abfließen und staut zurück. Der Druck wächst.
  3. Streuung: Das überquellende Dosha sucht sich einen neuen Weg und breitet sich im Körper aus.
  4. Lokalisierung: An irgendeiner Stelle – dort, wo es eigentlich nicht hingehört – setzt sich das gestörte Dosha fest und entwickelt die Vorboten einer Krankheit
  5. Erkennbar werden: Typische Symptome der Krankheit zeigen sich
  6. Ausbruch: Voll ausgeprägtes Krankheitsbild (mit Komplikationen)
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